HOHOFFS 800° – The Farmhouse

Am Wochenende hat das Kind voller Begeisterung bei den Großeltern übernachtet. Und somit nutzen wir einen der freien Abende, um ein Steakhouse in Dortmund zu besuchen. Meine Erwartungen waren insofern hoch, als dass ich bei der Reservierungsbestätigung aufgefordert wurde, mitzuteilen, wenn ich Vegetarierin oder Veganerin bin. Dieser Aufforderung bin ich natürlich nachgekommen. Leider hatte ich nicht den Eindruck, dass der Vermerk bei unserem Besuch irgendeine Rolle gespielt hätte, aber davon abgesehen hat es uns gut gefallen und geschmeckt. Zeit sollte man allerdings mitbringen – aber wir hatten ja einen ganzen Abend nur für uns.

Das HOHOFFS 800° – The Farmhause liegt etwas außerhalb im Norden von Dortmund im Stadtteil Deusen (von dem ich vorher noch nie gehört hatte). Ach ja, 800° heißt es übrigens, weil die Steaks hier in einem speziellen Ofen gegrillt werden, der innerhalb kürzester Zeit auf über 800° aufheizt. Aufmerksame Leser kennen das Prinzip vermutlich schon von der SizzleZone… Das Restaurant befindet sich in einem roten Holzhaus neben einer weißen Kirche und ist sehr stimmig eingerichtet. Viel Holz, Kerzen, ein großer offener Kamin, schwere Wassergläser – mich hatten sie ja sofort überzeugt, weil es auf der Toilette ein Bücherbord gibt und auch der Kamin von Bücherregalen umrahmt ist. Leider konnte ich nicht so viele Fotos machen, aber die Bilder der Webseite geben einen durchaus realistischen Eindruck.

Ok, auf dem stillen Örtchen fiel das fotografieren nicht so auf…

Wir hatten jeder eine Vor- und eine Hauptspeise – für das Dessert war ich leider leider einfach zu satt. Wenn man vor acht reserviert, sollte man nach zwei Stunden seinen Tisch räumen. Wir waren erst nach acht da, in zwei Stunden wären wir aber auch nicht mit unserem Essen fertig gewesen.

Nachdem wir unserer Bestellung aufgegeben hatten, bekamen wir zwei Sorten Brot (Hefebrot mit Rosmarin und Walnussecken) mit gesalzener Butter, Chilli-Öl und Kräuterrahm. Dazu muss ich vielleicht ergänzen, dass es mittlerweile mehrere HOHOFFS in verschiedenen Städten gibt und dass dazu auch eine Bäckerei/Confisserie mit Café in Waltrop gibt (da möchte ich unbedingt mal hin, war aber bisher nicht da). Mein Favorit war die Walnussecke mit dem Kräuterrahm.

Zwei Sorten Brot mit drei Sorten Dip

Etwas später gab es dann noch einen Gruß aus der Küche. Gerüffelter Kartoffelschaum mit Rauchforellen-Einlage und Brot-Chip. Hier hatte ich mir ja erhofft, dass ich gefragt werde, ob ich Fisch esse oder dass mir direkt die Suppe ohne Einlage serviert wird (ich hatte ja auch nur fleisch- und fischlose Gerichte bestellt und vorab angerufen und mich zu meinem Vegetarier-Dasein bekannt), aber leider bekam ich die gleiche Tasse wie mein Mann. Allerdings wurde mir auf meine Frage hin, ob es die Suppe auch vegetarisch/ohne Einlage gäbe, sofort ein weiteres Schälchen gebracht. Und geschmeckt hat es uns beiden, alle drei Tassen waren am Ende leer.

Getrüffeltes Kartoffelschaumsüppchen mit Brotchip

Insgesamt hatten wir somit locker schon eine Dreiviertelstunde im HOHOFFS verbracht, als unsere Vorspeisen serviert wurden. Saisonaler Salat mit Balsamico-Dressing für mich, double cut grilled bacon für den Mann. Das Balsamico-Dressing hatte auf jeden Fall Balsamico drin –  da der aber von guter Qualität war, passte es geschmacklich noch. Mein Mann hat die Vorspeise genossen. Der Bacon hatte etwas aber nicht zu viel Schärfe und war wohl richtig gut. Beide Gerichte waren gute Portionen, so dass wir eigentlich nach Brot, Suppe und Vorspeise schon gut gesättigt waren.

Ich entschuldige mich übrigens für die Qualität der Bilder, aber ich fand es schon komisch überhaupt in diesem Ambiente mein Essen zu fotografieren. Dabei noch den Blitz einzuschalten ging einfach gar nicht. Und auf Grund der fortgeschrittenen Zeit und der hauptsächlichen Beleuchtung durch Kerzen war es für Fotos einfach zu dunkel.

Die Wartezeit bis zum Hauptgang wurde unter anderem dadurch überbrückt, dass die Servicekraft mit einem Wagen an den Tisch gefahren kam, um vor unseren Augen die Steaksoße zu mischen. Auch für Getränkenachschub wurde aufmerksam gesorgt.

Wir saßen in der Mittelreihe – wie vermutlich jeder, der einen Tisch für zwei Personen vorbestellt (und reservieren sollte man gerade am Wochenende auf jeden Fall). Die äußeren Tische sind für größere Gruppen reserviert. Die Tische sind ausreichend groß für alle Teller, allerdings hat das den Nachteil, dass man relativ weit entfernt voneinander sitzt und gleichzeitig ziemlich nah an den jeweiligen Nachbarn. Ist für private Unterhaltungen nicht ganz so super. Zum einen ist bei ausgebuchtem Haus der Geräuschpegel relativ hoch und das Gegenüber eben recht weit weg, zum anderen hat man das Gefühl, dass die Sitznachbarn alles mithören. Ich vermute aber, dass sich das an den äußeren Tischen anders anfühlt.

Nach gut eindreiviertel Stunden im Restaurant kamen dann die Hauptgänge. Ok, ich hatte, wie immer im Steakhouse, nur Beilagen bestellt und bekam eine Backofenkartffel mit SourCream und gebratene bunte Zwiebeln. Super fand ich, dass mir direkt noch ein extra Schälchen Sourcream gereicht wurde und ich so auch für den weiter innenliegenden Teil der Kartoffel noch genug hatte. Mein Mann bekam Skirt Steak und grünen Spargel. Die Garstufe war perfekt und geschmeckt hat es ihm auch. Skirt-Steak ist übrigens der Bauchlappen des Rinds und relativ dünn. An dieser Wahl merkt man, dass es im HOHOFFS neben den Standards auch ungewöhnliche Cuts gibt. Außerdem haben sie eine große Fleischauswahl und auch dry aged Fleisch wird angeboten. Der Spargel war allerdings ein bisschen enttäuschend, da es tatsächlich nur angebratener grüner Spargel war, nicht irgendwie angemacht. Allerdings stand er auch nur als gebratener Spargel in der Karte.

Wie schon oben geschrieben, waren wir leider zu satt für einen Nachtisch, auch wenn der Pflaumen-Crumble sehr verlockend klang. Stattdessen orderten wir die Rechnung, die mit zwei kleinen Zitronen-Gebäckstücken aus der eigenen Bäckerei versüßt wurde. Da es vermutlich häufiger vorkommt, dass die Gäste schon sehr satt sind, wurde auch gleich ein passendes Tütchen dazu gereicht.


Insgesamt hatten wir auf jeden Fall ein sehr schöner Abend in einem tollen Ambiente. Beim nächsten Mal würde ich vielleicht mit mehr Leuten hin gehen wollen, schon um nicht in der Mitte zu sitzen (ich hab es irgendwie nicht so gern, wenn hinter mir ständig Menschen herlaufen). Vielleicht testen wir aber auch erst noch andere HOHOFFS. Die Entscheidung, das Restaurant ohne Kind zu besuchen, war aber in jedem Fall die richtige.

HOHOFFS 800° – The Farmhouse
Deusener Straße 215
44369 Dortmund
http://www.hohoffs800.de/dortmund/

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