Gelesen: Kirsten Boie – Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte

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Buchtitel - Vom Fuchs der ein Reh sein wollte

Klappentext:
Nach dem großen Feuer findet Mama Reh am Rande des Waldes ein kleines graues Kuscheliges: Blau-Auge, einen jungen Fuchs, der seine Familie verloren hat. Blau-Auge darf bei Mama Reh und ihren Kindern bleiben – und er gibt sich wirklich große Mühe, ein gutes Reh zu sein! Aber als zuerst die kleine Maus verschwindet und kurz darauf das Rehkitz Vielpunkt, glauben alle Waldtiere, dass Blau-Auge dahintersteckt. Ein Fuchs bleibt eben immer ein Fuchs! Doch Blau-Auge zeigt den Tieren, dass er ein echter Freund ist, auf den man sich verlassen kann.
Kirsten Boie erzählt mit viel Wärme und Witz aus der Sicht der Tiere – ein wunderbares Familienbuch zum Kuscheln und Vorlesen.

Normalerweise liebe ich die Bücher von Kirsten Boie (siehe auch meine Rezension zu den Juli-Geschichten), im letzten Jahr habe ich dem Großen einiges von ihr vorgelesen und wir waren beide begeistert von Seeräubermoses und dem Ritter Trenk. Aber mit der aktuellen Neuerscheinung bin ich irgendwie nicht richtig warm geworden. Wir haben viele Wochen gebraucht, um das Buch zu Ende (vor-) zu lesen und zwischendurch durfte es immer mal ein anderes Buch sein.

Im Buch geht es um Freundschaft, um Vorurteile und um die Frage, inwieweit man sich ändern und anpassen kann, auch wenn es der eigenen Natur widerspricht. Der Erzählstil erinnert an den von Seeräubermoses und Ritter Trend: Kirsten Boie spricht die Leser direkt an und erzählt ihnen eine Geschichte, die sie selbst vom Uhu gehört hat. Wie in den oben genannten Erzählungen tut sie das in verschachtelten Sätzen (was ich grundsätzlich mag), diesmal aber im Präsenz. Dabei gibt es ein paar schöne Ideen, wenn die Tiere menschliches Verhalten interpretieren. Aber es gibt auch ganz schöne Längen. Ich kann nicht mal genau sagen, was genau mich stört, aber meine Motivation, das Buch weiter vorzulesen war einfach nicht sehr groß. Im Endeffekt hat mich der Sohn dazu überredet, das Buch immer noch mal in der Bücherei zu verlängern und außerdem lege ich Bücher nicht gern mittendrin weg. Ich habe den Eindruck, dass dem Sohn die Geschichte etwas besser gefallen hat als mir, aber dass es auch bei ihm einige Bücher gibt, die höher in seiner Gunst stehen.

Fazit: Ein paar schöne Ideen, hübsche Zeichnungen, aber mir trotzdem zu langweilig. Wer Kirsten Boie kennenlernen möchte, möge bitte mit einem anderen Buch anfangen. Und wer eine Geschichte über ungewöhnliche Freundschaften im Tierreich, deren Blick auf die Menschen und die Frage, was Herkunft bedeutet lesen möchte, dem empfehle ich stattdessen „Das wilde Määäh“ von Vanessa Walder (vielleicht gibt es da auch noch irgendwann eine Rezension zu).

Kirsten Boie
Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte
illustriert von: Barbara Scholz
Verlag: Oettinger
ISBN: 978-3-7891-0953-9

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