Gelesen: Beate Maly – Lottes Träume

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Buchtitel: Beate Maly - Lottes Träume

Klappentext:
Zu einer Zeit, als Frauen noch lange Röcke tragen müssen…
… und Skifahren gerade erst in Mode kommt, findet ein Mädchen aus den Bergen ihren Weg ins große Glück.
Als Lotte 1904 in Wien ankommt, ist für sie noch alles neu und fremd. Bisher hat sie mit ihrem Vater in dem kleinen Ort Mürzzuschlag gewohnt und von der großen Stadt nicht viel mitbekommen. Aber ihre Zeit dort und in den Bergen auf Skiern ist ihr jetzt hilfreich. In dem kleinen Bergsportladen von Mizi Langer-Kauba in der Kaiserstraße bekommt sie deshalb gleich eine Anstellung, denn der Ski-Sport ist im Kommen, nur die Wenigsten kennen sich mit den neuartigen Brettern aus. Dass das auch etwas für Frauen ist, kann man sich schon gar nicht vorstellen. Aber Lotte lässt sich davon nicht beirren, und als dann noch ein junger Herr bei ihr seine Skier bestellt und Gefallen an ihr findet, befürchtet sie, dass das alles nur ein Traum sein könnte.

Das Buch habe ich zu Weihnachten bekommen und da ich beschlossen habe, die Welt in den Weihnachtsferien ein wenig auszublenden, war das ein hervorragender Start in die zeitungsfreie Zeit. Die gut 540 Seiten ließen sich hervorragend weg schmökern und so war ich die letzten Tage viel in Wien kurz nach der Jahrhundertwende. Natürlich ist die Geschichte recht vorhersehbar. Selbstverständlich läuft es für die Protagonistin unrealistisch glatt und auch für die Nebenfiguren finden sich perfekte Lösungen. Historisch an diesem Stoff sind hauptsächlich das erste Torlauf-Skirennen der Geschichte und drei historische Figuren, bei denen die Autorin aber betont, dass sie sich viel künstlerische Freiheit genommen hat… Gleichwohl ist Mizzi Langer-Kauba die interessanteste Figur, von der ich gern mehr erfahren hätte. Die herrschende (Kinder-)Armut, der auch in Österreich aufkommende Sozialismus und der immer salonfähigere Antisemitismus werden zwar erwähnt, spielen aber eine sehr untergeordnete Rolle.
Trotzdem mochte ich das Buch, weil ich super abtauchen konnte und immer weiter lesen wollte (die letzten Nächte waren kurz). Nebenbei machen mir historische Stoffe mit starken Frauen-Figuren immer wieder deutlich, wie viel besser es Frauen in Europa heute geht und gleichzeitig merke ich, dass da durchaus noch Luft nach oben ist.
Es klingt, als sei eine Fortsetzung des Romans geplant. Vielleicht rücken die Nebenthemen ja dann mehr in den Fokus, denn auch wenn sich die Welt in den letzten 116 Jahren sehr verändert hat, sind einige Themen der damaligen Zeit erschreckend aktuell…

Beate Maly
Lottes Träume
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0732-0

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